Weshalb du deine Angst zum Freund machen solltest

Aktualisiert: Juli 25

Wer hat denn schon gerne Angst? Die meisten Menschen ihre Ängste loswerden. Sie tun alles, um mögliche Situationen, die nur annähernd ein ängstliches Gefühl auslösen könnten, zu meiden. Im Grund genommen ist da die Angst vor der Angst. Sie schränken sich ein, strukturieren und organisieren ihr Leben um die Angst herum. Sie steigen nicht in den Flieger, vermeiden das Alleinsein oder verlassen sogar das Haus nicht mehr. Sie stellen sich auf keinen Fall vor Leute, um ihnen etwas zu erzählen. Das ganze Leben erfolgt in eingeschränktem Rahmen. Ein Rahmen oder eine Einschränkung, die sich auch belastend auf das Umfeld auswirken kann.


Angst ist nützlich und hilfreich Angst bewerten wir grundsätzlich negativ. Doch in Tat und Wahrheit ist die Angst ein Urinstinkt des Menschen und sichert unser Überleben. Im Falle eines Übergriffes oder Angriffes schaltet unser Gehirn in den Überlebensmodus, um innert Sekunden zu entscheiden, ob wir flüchten, uns verstecken oder uns verteidigen sollen. Ein überaus wichtiger und hilfreicher Instinkt also, der uns mit bedrohlichen Situationen fertig werden lässt.


Überfallsmässige Angst Übermässige oder unkontrollierbare Angst ist hingegen für Betroffene sehr unangenehm. Sie sind ausgeliefert und werden sozusagen zum Opfer eines Fehlalarms im Gehirn. Unser Gehirn produziert Bilder und Gedanken von Szenarien, die in der Realität sehr unwahrscheinlich sind. Und doch sind diese Bilder für Betroffene sehr real und wollen natürlich am liebsten vermieden werden. Solch eine Vermeidungsstrategie ist ein Kraftaufwand sondergleichen. Sie raubt Energie und vermeidet den Kontakt zu den eigenen Gefühlen. Damit wird die Person immer rationaler und kühler. Sie distanziert sich unbewusst und entfernt sich damit immer mehr von sich selbst und ihrem Umfeld.


Wie es gelingt, das falsche Spiel zu durchbrechen

Angst vermeiden funktioniert nicht. Also ist es notwendig, die Angst anzuerkennen und ihr in die Augen zu schauen. Eine radikale Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, diese Angstgefühle einzugestehen. Dadurch verändert sich das aufgebaute Selbstbild, vielleicht eines mutigen Menschen. Die Angst wahrnehmen und darüber sprechen, sie mit Vertrauenspersonen teilen ist ein wichtiger Schritt, um die Angst anzuerkennen.


Manchmal ist die Angst so diffus, dass sie wie ein Nebel den Menschen umgibt. Das Leben wird verschleiert und völlig unklar wovor überhaupt ein Angstgefühl besteht. Um diesen Schleier zu lüften, ist es wichtig, sich mit der Angst auseinander zu setzen. Zu erkennen, in welchen Situationen die Angst auftritt. Ist die Angst eine Geschichte, die der Kopf erzählt oder ist es tatsächlich ein Gefühl. Meistens versteckt sich nämlich hinter der Angst ein anderes Gefühl. Also ist es wichtig, ins Gefühl zu gehen. Auf das Herz zu hören und zu spüren. Wo und wie fühle ich die Angst. Durch das Fühlen wächst die Akzeptanz und die Möglichkeit, sich selbst mit dieser Angst wertzuschätzen. Ich bin ok, auch wenn ich Angst habe.


Eine andere Strategie ist es, sich auszumalen, was das Schlimmste wäre, was durch diese Angst passieren könnte. Dadurch relativiert sich das emotionale oder gedankliche Phänomen der Angst und kann wieder rational eingeordnet werden.


Was tun, wenn die Angstattacke kommt

  • Atmen, atmen, atmen. Der Atem bringt dich in deine Mitte und verändert deinen Fokus. Atme in das Gefühl, in die Körperwahrnehmung oder was auch immer du für Symptome hast und vertraue darauf, dass es immer feiner, freier und sanfter wird.

  • gehe liebevoll mit dir um und merke, was dir jetzt gerade gut tun könnte. Etwas was du jetzt gerade gebrauchen könntest. Einkuscheln in eine Decke, in die Sonne schauen oder dich auf die Toilette zurück ziehen.

  • Bewege dich, strecke dich, hüpfe, tanze und schüttle deine Arme und Beine. Damit richtest du deine Aufmerksamkeit auf die Bewegung und lenkst dich von der Angst ab. So übernimmst du die Verantwortung für dich und bleibst nicht im Ausgeliefert-Modus hängen.

Sich wertschätzen und Veränderung anerkennen

Je bewusster du dich mit deiner Angst auseinandersetzt und du erkennst, dass nicht du als ganzes Wesen diese Angst bist, sondern ein Teil von dir diese Angst hat, erhältst du mehr Möglichkeiten. Du bestehst ja aus vielen Persönlichkeitsanteilen und so kannst du einen Teil in dir aktivieren, der sich an ein schönes Erlebnis erinnert. Ein schönes Erlebnis, in dem du dich wohl und sicher gefühlt hast. So trainierst du dich gedanklich und lernst, dich selbst zu steuern. Die Angst hat keine Macht mehr über dich.


Mache immer mal wieder mutige Schritte, probiere etwas anderes oder Neues aus und lerne dadurch, mit Veränderungen umzugehen. Das gibt dir Selbstvertrauen. Halte dies unbedingt in deinem persönlichen Erfolgstagebuch fest. So merkst du, welche Fortschritte du machst und welche Schritte dir schon gelungen ist. Und wenn es dir einmal nicht gut geht und das Gedankenkarussell anspringt, hast du dieses wertvolle Tool zur Hand.


Scheu ablegen

Als Kinder standen wir immer wieder auf, als wir Laufen lernten. Und so kannst auch du mit deiner Angst laufen lernen. Klemm sie dir unter den Arm und gehe mit ihr, als beschützende Kraft weiter. Doch lass dich nicht von ihr beherrschen. Du hast alle Kraft der Welt in dir. Nutze sie und verzage nicht, wenn du einen schlechten Tag hast. Stehe wieder auf und laufe weiter.


Ich habe gelernt, dass Mut nicht die Abwesenheit von Mut ist, sondern der Triumph über sie. Der mutige Mensch ist nicht der, der keine Angst hat, sondern der, der sie überwindet. Nelson Mandela

Also nutze deine Stärke und heisse Angst als Teil von dir willkommen. Spiele gedanklich mit ihr, so dass sie an Schwere verliert. Denn es ist immer die Bedeutung, die du ihr gibst, die sie bedrohlich macht. Deshalb mache sie zu deinem Helfer, der dich in bedrohlichen Situationen beschützt. Gleichzeitig macht sie dir klar, wo du über dich hinauswachsen darfst.


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Von Herzen

Irene



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